Wir kamen viel zu früh auf dem Gelände des Zeltfestivals Ruhr an. Die verbleibende Zeit vertreiben wir uns mit Bier, Cola und Latte Macchiato. Um 22 Uhr hieß es dann endlich Feuer frei für den Gernsehclub mit Oliver Kalkhoffe (45) und Bastian Pastewka (39). Das erhoffte Feuerwerk der guten Laune bleibt allerdings aus.
Herzblatt, Dalli, Dalli, Wetten Dass …?
Die Show sollte interaktiv sein, zum Mitmachen und Mitraten. Ich rätselte bereits, welche großen Momente der Fernsehunterhaltung, die im Vorfeld großspurig angekündigt wurden, das hätten sein können: Dalli, Dalli, Herzblatt oder vielleicht Wetten Dass …? Fehlanzeige! Das Beste was das Fernsehen jemals zu bieten hatte kommt – wenn wundert´s – von Pastewka und Kalkhoffe selbst. Dass ich da nicht gleich drauf gekommen bin! Dumm nur, dass wir das Dargebotene als eingefleischte Pastewka Fans weitestgehend kannten. Und die anderen rund 500 anwesenden Fans vermutlich auch.
“I´ve been looking for Frühling”
Die Stimmung im Zelt war trotzdem bombig, auch wenn sich die Reihen mit der Zeit ein wenig lichteten. Schwer zu sagen, ob das dem Umstand geschuldet war, dass der letzte Busshuttle bereits vor Ende der Show das Gelände verließ oder einige der Fans einfach enttäuscht waren?! Los ging´s schließlich mit der Volksmusik-Satire „Fröhlicher Frühling“, in dem David Hasselhof „I´ve been looking for Frühling“ performte. Ein Fan wollte in der interaktiven Fragerunde sogar wissen, ob Mister Baywatch überhaupt wisse, dass er bei der Verarsche des Mutantenstadels aufgetreten sei. „Erklärt habe man ihm es“, sagte Bastian Pastewka.
Die zwei Komiker beglückten uns mit Klassikern von Kalkhofes Mattscheibe und eine Folge Pastewka. Besonders Kalkhoffes bissige Satire hatte es mir angetan. Davon überzeugen konnte ich mich allerdings nur dann, wenn Kalkoffe die abgrundtief peinliche Guilia Siegel mit ihrem Pro 7 Format „Guilia in Love“ oder die Sat1 Sendung „Gräfin gesucht“ vorführte. Sicherlich hat sich das Management nicht zufällig für Sendungen aus der Pro7/Sat1 Gruppe entschieden, schließlich sind das die beiden Haussender der Comedians.
Schulterzucken zur Filmusik
Ein besonderes Bonbon war dann allerdings Bastian Pastewkas Schulterzucken zur Filmmusik, die ihm auf einem Kopfhörer eingespielt wurde. Die Zuschauer mussten – was nahezu unmöglich war – raten, zu welchem Lied der Comedian gerade rhythmische Bewegungen vollführte. Großes Kino!
Zum Schluss konnten sich die Fans noch ein Autogramm signieren lassen. Stars zum Anfassen sozusagen. Bastian Pastewka nahm sich für jeden Einzelnen sehr viel Zeit, Oliver Kalkhoffe fragte immerzu, ob jemand noch eines wolle und mein Freund war sehr glücklich darüber, dass wir ein Autogramm für uns beide bekommen hatte. Als ich beim nächsten Tag mit dem Auto ins Sauerland fuhr, sang in meinem Kopf eine Stimme „I´ve been looking for Frühling.“ So schlecht kann der Abend also doch nicht gewesen sein …

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